22.04.21 – erster Artikel Kirchenanzeiger


Ab diesen Tag wissen es alle im Illerwinkel und darüber hinaus: unten stehender Artikel ist im Kirchenanzeiger Legau abgedruckt, dazu eine Anzeige mit den knallharten Fakten.

3 Millionen Tonnen sollen durch Kronburg transportiert werden

Gigantisch:

In Hackenbach sollen 3 Millionen Tonnen Material bewegt werden – extremer LKW-Verkehr über 22 Jahre im Illerwinkel.

Ein Eingriff, der das Leben vieler unserer Mitbürger im Illerwinkel über mehr als zwei Jahrzehnte belasten wird. Dies geht uns alle etwas an.

Die Firma Soladis plant in der alten Lehmgrube über einen Zeitraum von 22 Jahren noch weitere 950.000 Tonnen Lehm abzubauen und 2,2 Millionen Tonnen Material anschließend in der Grube zu verfüllen. Das kann alle 3,5 Minuten ein LKW bedeuten und das von 6:00 – 22:00 Uhr, sechs Tage die Woche.

Doch der Reihe nach:

1994 und 2001 hat die Gemeinde Kronburg als Teil der Genehmigung beschlossen, dass nach dem Ende des Lehmabbaus eben nicht verfüllt, sondern das Gelände der Bevölkerung und der Natur überlassen werden soll. Ein kleiner See mit Wegen und ein Ausblick über die Iller kann angelegt werden.

Unter dieser Bedingung nicht zu verfüllen, haben sich Gemeinde und die Firma Soladis auf den Lehmabbau eingelassen.

2010 stellte die Firma Soladis allerdings bereits einen Änderungsantrag nach Baurecht, die Lehmgrube in Hackenbach mit Bauschutt zu verfüllen.

Dieser Antrag zur Verfüllung wurde am 20.05.2010 ohne Gegenstimme im Gemeinderat abgelehnt, genauso am 23.07.2010 vom Landratsamt. Bei der anschließenden Klage vor dem Verwaltungsgericht Augsburg wurde dem Landratsamt und damit uns Bürgern recht gegeben.

In diesem 2010er Prozess versuchte Soladis sogar die Gemeinde, also uns betroffene Bürger, vom Prozess ausschließen zu lassen. Im Verfahren wurde festgehalten, dass eine Verfüllung nach Baurecht nicht möglich ist. Es brauche ein Planfeststellungsverfahren und einen abfallrechtlichen Antrag. Außerdem sei die Menge von ca. 850.000 Tonnen zu viel und das Ganze sei nur im Einvernehmen mit der Gemeinde zu machen.

Seit Ende März 2021 liegt nun der Gemeinde Kronburg wieder ein Antrag zur Verfüllung der Lehmgrube vor. Es ist wie 2010 ein Tekturantrag, also wieder nur eine Änderung eines Bauantrags, zum Antrag von 2001, in dem der Lehmabbau genehmigt wurde. Es wird beschönigend von Rekultivierung gesprochen. Eingereicht wurde der Antrag von Soladis, erstellt von der Fa. Geiger aus Oberstdorf und der Fa. Grehl.

Der Antrag wurde am 04.03.21 beim Landratsamt abgegeben. Am 25.03.21 wurde er an die Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel weitergeleitet, am 31.03.21 erreichte er die Gemeinde. Die Gemeinde hat nur 2 Monate Zeit den Antrag zu entscheiden.

Hier die wichtigsten Fakten

Neu beantragt wird jetzt über die nächsten 22 Jahre noch 1.3 Millionen Tonnen Lehm abzubauen und davon 975.000 Tonnen für die Ziegelproduktion abzufahren.

Parallel soll die Grube mit 2.2 Millionen Tonnen verfüllt werden. Das ist ungefähr die doppelte Menge des Antrags von 2010. Entgegen der Aussage der Antragsteller auf deren Infoveranstaltung in Kronburg bereits in 2018, soll nun doch Material der Schadstoffklasse Z2, mit 20% Bauschutt, Gleisschotter und sonstigem Material eingebracht werden.

Im Normalfall sollen täglich 25 LKW zum Lehmabbau und 25 LKW zur Verfüllung fahren, das sind 100 LKW-Bewegungen am Tag. Im Maximalfall jeweils 40 LKW, das sind dann 160 LKW-Bewegungen am Tag. Bei einem 10 Stunden-Tag fährt bei 100 LKWs alle 6 Minuten ein LKW, bei 160 LKWs alle 3,5 Minuten.

Die Betriebszeiten sollen von Montag bis Samstag, von 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr sein, im Normalbetrieb von 7:00 Uhr bis 17:30.

Das sind Dimensionen, die jede Vorstellungskraft sprengen.

Diese LKW´s haben 3 Möglichkeiten zur Deponie zu gelangen, um Material, von zahlreichen Baustellen Deutschlands zu entsorgen:

  1. A7 Woringen: Im 90° Winkel ums Kriegerdenkmal und dann mit Vollgas die Brunnenstraße hinauf,
  2. A7 MM Süd – Dickenreishausen: Enge Ortsdurchfahrt an Kirche, Kindergarten und Grundschule vorbei; In Kronburg um die enge Kurve bei Gasthof Schweighart
  3. A96 von Aitrach: Einmal quer durch Illerbeuren, durch die enge Ortsdurchfahrt Wagsberg und dann durch´s Nadelöhr Hackenbach, wo schon heute kaum 2 PKW aneinander vorbeikommen.

Darum betrifft dieser Antrag alle Menschen in Illerbeuren, Kronburg, Wagsberg, Woringen, Dickenreishausen, Zell und viele andere in der Region.

Der jetzige Antrag ist eine Missachtung des Gerichtsurteils von 2011, des Gemeinderates, des Bürgermeisters sowie der Bürger*innen der Gemeinde Kronburg und der anliegenden Gemeinden.

Wir Bürger*innen im Illerwinkel verlangen, dass die Entscheidungen und Inhalte von erteilten Genehmigungen unserer gewählten Gemeinderäte Bestand haben und dass der Bürgerwille respektiert wird.

Unterstützen Sie uns, werdet Mitglied., werbt Mitglieder! Gemeinsam können wir viel erreichen. Alle Infos unter www.naturstattdeponie.com 

Zum Kirchenanzeiger

Der Legauer Kirchenanzeiger ist DAS Info-und Anzeigenblatt des Illerwinkels und darüber hinaus. Das Design ist so altmodisch dass es schon wieder zeitlos schön ist.

Aber das wichtigste: sie veröffentlichen alles was sie von Vereinen und z.T. auch Einzelpersonen geschickt bekommen. Ohne zu kürzen, zu redgieren ohne zu ändern.

Das ist zutiefst demokratisch und äusserst selten. Wir können uns nur ganz herzlich bedanken, dass sie uns (und vielen anderen) eine Plattform geben, unsere Vorstellungen weit zu verbreiten und zu diskutieren.

Macht weiter so!

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